Unsere Experten-Interview Serie

„Wie kann man generell seine Chancen auf einen Kreditabschluss verbessern?“

Elfriede Hübner, Kreditexpertin, im Interview.


Unser Experten-Interview: Frau Hübner, Kreditexpertin (Teil 1/2)


Im Rahmen unserer Arbeit treffen wir immer wieder auf interessante Personen. Diese möchten wir Ihnen im Rahmen unserer Experten-Interviews vorstellen. Diese Woche freuen wir uns Ihnen ein Interview mit Frau Elfriede Hübner präsentieren zu dürfen. Frau Hübner ist eine Kreditexpertin in der Unternehmensfinanzierung (www.kreditexpertin.de), die über 20 Jahre in Ihrem Bereich aktiv ist:

  • Analystin und Teamleiterin in der Nürnberger Filiale einer deutschen Großbank
  • Sachgebietsleiterin Firmenkredite bei einer deutschen Großbank

Aber lassen wir Sie sich selbst vorstellen. Wir bedanken uns bei Frau Hübner für die Zeit, die Sie sich genommen hat und hoffen, dass Sie sich als unsere Leser genauso über das großartige Interview freuen, wie wir es getan haben – aber überzeugen Sie sich am besten selbst:

 

Frau Hübner, bitte stellen Sie sich zuerst vor. Was sind Ihre Fachgebiete? Welche Klienten bedienen Sie (z.B. Industrien, Größen, Regionen)?

Mein Name ist Elfriede Hübner. Seit 20 Jahren berate ich vorwiegend technologieorientierte mittelständische Unternehmen zu allen Fragen rund um das Thema Finanzierung. Dabei liegt mein Fokus speziell darauf, ein Vertrauensverhältnis zwischen Unternehmen und ihren (potenziellen) Geldgebern aufzubauen und zu festigen. Kredite, egal welcher Art, basieren nun mal auf Vertrauen. Und Vertrauen gewinnt man zu allererst durch eine offene Finanzkommunikation mit aussagefähigen Kreditunterlagen. Und natürlich auch dadurch, dass man keine Versprechungen macht, die man in der Realität nicht halten kann.

Bei meiner Arbeit kommt mir zugute, dass ich mehr als ein Jahrzehnt für Kreditentscheidungen in der Unternehmensfinanzierung bei Banken verantwortlich war. Ich weiß, wie Banker ticken und auch welchen Zwängen sie unterliegen. Aber ich kenne auch die Probleme und Nöte von Unternehmen, die Geld brauchen, sehr gut. Daher achte ich darauf, beide Interessen unter einen Hut zu bekommen. Denn nur auf dieser Basis ist eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Geldgebern möglich.

Auf welche typischen Fragestellungen treffen Sie bei Ihrer Arbeit? Hat sich hier etwas verändert in den letzten 3-5 Jahren?

Die Bindung mittelständische Unternehmen an ihre Hausbank ist nach wie vor eng. Ihr Betreuer bei der Bank ist in der Regel der erste Ansprechpartner, wenn Unternehmen Geld brauchen. Da hat sich in den letzten Jahren kaum was geändert. Obwohl das Angebot an alternativen Finanzierungsmöglichkeiten stetig steigt. Im Sinne einer ausgeglichenen Gesamtfinanzierung sollten diese in die Überlegungen aber immer auch mit einbezogen werden. Allerdings kapitulieren viele Unternehmer an der Vielzahl von Angeboten und tun sich schwer diese einzuordnen. Meine Aufgabe ist es daher – neben dem Businessplan – ein ausgeglichenes Gesamtfinanzierungskonzept auszuarbeiten, das nicht nur auf die Kosten achtet, sondern auch die damit verbundenen Änderungen der Bilanzstruktur berücksichtigt. Steigt die Verschuldung zu stark, wird es künftig schwer weitere Finanzierungen zu bekommen.

Professioneller Businessplan ist mittlerweile Voraussetzung
Ganz oft kommen Neukunden zu mir, die schon mit ihrer Bank wegen der anstehenden Finanzierung gesprochen haben. Selbst wenn die Bank aufgrund einer reibungslosen Kontobeziehung und der vorgelegten Jahresabschlüsse grundsätzliche ihre Bereitschaft zur Finanzierung signalisiert, hängt die endgültige Kreditzusage von einem überzeugenden Businessplan ab. Und damit haben viele Unternehmen Probleme. Selbst haben sie meist weder die Erfahrung noch die Kapazitäten einen Businessplan zu erstellen. Manchmal haben sie auch schon Geld investiert. Aber das was dabei rausgekommen ist, genügte den Banken nicht. Banken sind nämlich verpflichtet, vor jeder Kreditvergabe genau zu prüfen, ob das Unternehmen auch künftig in der Lage sein wird, Zins und Tilgung für die Kredite zu bezahlen. Dafür reichen einfache Umsatz- und Ertragsplanungen nicht aus. Vielmehr muss das gesamte Unternehmen und sein Umfeld beleuchtet werden. Die daraus erarbeiteten Resultate finden dann in nachvollziehbaren Planzahlen ihren Niederschlag.

Anforderungen an die laufende Finanzkommunikation steigen
Veränderungen hat es in den letzten Jahren insbesondere seitens der Ansprüche der Banken gegeben. Zum einen werden die Anforderungen an eine offene und zeitnahe Finanzkommunikation stetig größer. Es reicht nicht mehr vierteljährlich die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) und einmal im Jahr den Jahresabschluss des vergangenen Jahres kommentarlos an die Bank zu geben. Banken wollen Ausführungen zu den Entwicklungen und Zahlen.

Unterschiede in den Ratingsystemen gewinnen an Gewicht
Zum anderen bekommen die Besonderheiten in den Ratingsystemen der einzelnen Bankengruppen immer mehr Gewicht. Dazu ein Beispiel aus der Praxis: Ein Unternehmen hat in den letzten Jahren stetig mehr Umsatz bei steigenden Renditen gemacht. Es unterhält bei drei Banken Kontokorrentlinien, die meist voll ausgenutzt sind. Hin und wieder kommt es zu Überziehungen. Bei allen drei Banken beantragt das Unternehmen eine Erhöhung der Kontokorrentkreditlinien.

Die erste Bank lehnt den Antrag ab, mit dem Hinweis auf die permanente Ausnutzung der Linien außerhalb des abgesprochenen Spielraums von maximal 80 % der Linie.

Die zweite Bank begründet ihre Ablehnung damit, dass die Kapitaldienstfähigkeit nicht gesichert ist. Im Gegensatz zu ihren Wettbewerbern kürzt sie den freien Cashflow, der für den Kapitaldienst zur Verfügung steht, generell um die Abschreibungen.

Die dritte Bank genehmigt den Kredit problemlos.

Daher ist es absolut wichtig sich von der Bank erklären zu lassen, wie die Ratingeinstufung zustande gekommen ist und woran die Kreditzusage ggf. gescheitert ist. Danach können Unternehmen ihr Verhalten und die Wahl ihrer Finanzierungspartner ausrichten.

 

Wie kann ein Unternehmen typischerweise seine Finanzen verbessern?

Sind Sie neugierig geworden? Nächste Woche geht es weiter mit Teil 2 unserer Serie in der Frau Hübner neben dieser Frage auch Fragen nach der Bonität oder wie man generell seine Chancen auf einen Kreditabschluss verbessern kann beantworten wird.

Seien Sie gespannt!!!

 

Wie sieht die Bonität meines Unternehmen aus?

 

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